Normenreihe DIN EN 1822 für Schwebstofffilter

Der 1998 eingeführte DIN Norm EN 1822 Filterstandard hat als erste Europäische Norm Filtrationskenntnisse in ein Klassifizierungssystem für Schwebstofffilter überführt. Die Einführung ermöglichte eine Leistungsbeurteilung der Filter, die durch eine Überprüfung des Abscheidegrads und der Leckfreiheit realisiert wird. Die DIN Norm EN 1822 definiert ein Verfahren zur Prüfung des Abscheidegrades auf Basis von Partikelzählverfahren unter Einsatz eines Prüfaerosols. Dadurch lassen sich auch Filter mit sehr hohen Abscheidegraden überprüfen. Dies konnten frühere Prüfverfahren aufgrund unzureichender Nachweisgrenzen nicht leisten. Im Gegensatz zu EPA-Filtern, bei denen keine Leckprüfung erforderlich ist, erfolgt für HEPA- und ULPA-Filter gemäß DIN EN 1822 eine Einzelstückprüfung, um die Filterleistung zu bestimmen. Dabei werden HEPA- und ULPA-Filter einzeln einer Leckprüfung unterzogen. Einige Teile der DIN EN 1822 wurden mittlerweile durch die EN ISO 29463 ersetzt.

DIN Norm EN 1822 und ihre Filterklassen

Die DIN Norm EN 1822 ist eine Filternorm für Schwebstofffilter und beinhaltet die Filterklassen:
•    EPA-Filter (Efficient Particulate Air filter) = Hochleistungs-Partikelfilter
•    HEPA- Filter (High-efficient Particulate Air filter) = Schwebstofffilter
•    ULPA-Filter (Ultra Low Penetration Air) = Hochleistungs-Schwebstofffilter

Anwendungsbereiche von Schwebstofffiltern

Wenn höchste Ansprüche an die Luftreinheit gestellt werden, ist die Verwendung von Schwebstofffiltern unerlässlich. In erster Linie dienen sie der Abscheidung von Aerosolen, Stäuben und Keimen. Schwebstofffilter spielen vor allem als letzte feinmaschige Filterstufe in sensiblen Bereichen eine wichtige Rolle. Dabei steht der Schutz vor Verunreinigungen, zum Beispiel durch Keime oder Schwebstaub, im Fokus.

Für EPA Filter sind vor allem Partikel wie Keime, Bakterien oder Ruß relevant. Sie finden unter anderem in der Lebensmittelproduktion, in der Feinmechanik und in der Pharmaindustrie Verwendung. HEPA Filter scheiden Viren, Schwebstaub oder Partikel aus Verbrennungsprozessen ab. Typische Einsatzgebiete sind Operationssäle, Intensivstationen, Elektrotechnik oder Lebensmittelindustrie. ULPA-Filter filtern Schwebstaub und spielen vor allem in Reinräumen eine Rolle.

Filtersystem Krankenhäuser

Welche Rolle spielt die ISO 29463 für die EN 1822?

Die EN 1822 ist die Basis für die neue ISO 29463. Die EN 1822 bleibt zunächst weiterhin gültig, verweist jedoch auf bestimmte Teile der ISO 29463. Als Konsequenz werden Luftfilter gemäß EN 1822 Teil 1 klassifiziert, jedoch nach der ISO 29463 Teil 2-5 geprüft. Die internationale Norm ISO 29463 wird voraussichtlich auf lange Sicht die DIN EN 1822 ersetzen. Sowohl die ISO 29463 als auch die EN 1822 basieren auf modernsten Partikelzählverfahren.

Die ISO 29463 behält die aus der DIN EN 1822 bekannten Klassifizierung in EPA, HEPA und ULPA-Filterklassen bei. Die Bewertung erfolgt weiterhin mithilfe der Partikelabscheidung am MPPS (Most Penetrating Particle Size). Damit wird die Größe der Partikel bezeichnet, die sich am schwersten eingefangen lassen. Die Bestimmung des MPPS ist die Grundlage dafür, dass Filter getestet werden können. Im Gegensatz zur EN 1822 beschreibt die ISO 29643 zusätzlich eine Messung mit Photometer als weitere Methode zur Prüfung der Leckfreiheit.

Die fünf Teile der EN 1822 Norm

Die EN 1822 wurde seit ihrer Einführung mehrfach überarbeitet. In der aktuellen Version wurden die Teile 2 bis 5 durch die ISO 29463 ersetzt, um einen weltweiten Standard für Prüfverfahren sicherzustellen. Der wichtigste Unterschied zwischen alter und neuer Ausführung liegt in der Klassifizierung der Filterklassen. Teil 1 der alten EN 1822 bleibt jedoch bestehen.


Teil 1: Klassifizierung, Leistungsprüfung und Kennzeichnung
Der lokale Abscheidegrad (Lokalwert) stellt gemeinsam mit dem Gesamtabscheidegrad (Integralwert) jeweils für die am schwersten abzuscheidende Partikelgröße (MPPS) die Basis für die Klassifizierung der Schwebstofffilter dar. Da für die Einteilung der EPA Filter keine Leckprüfung benötigt wird, kann hier auf die Angabe von Lokalwerten als Leckgrenze verzichtet werden. 

Teil 2: Aerosolproduktion, Messgeräte und Partikelzählstatistik
Teil 2 beschreibt die Aerosolproduktion und Messeinrichtungen zum Prüfen von hocheffizienten Filtern und Filtermedien gemäß der ISO 29463 und bildet die statistische Basis für Partikelzählverfahren mit einer geringen Anzahl von gezählten Ereignissen. 

Teil 3: Prüfung von planen Filtermedien
Hier steht die Festlegung der Prüfverfahren für die Prüfung der Abscheideleistung von planen Filtermedien im Fokus.


Teil 4: Prüfverfahren zur Bestimmung der Leckage von Filterelementen (Scan-Methode)
Dieser Teil spezifiziert das Prüfverfahren der Scan-Methode als Referenzmethode, um die Leckage von Filterelementen zu bestimmen. Außerdem beschreibt Teil vier als weitere normative Methoden die Ölfaden-Dichtheitsprüfung und die Photometer-Dichtheitsprüfung für die HEPA-Filterklassen ISO 35 H bis ISO 45 H, sowie die Dichtheitsprüfung mit festen PSL Aerosol. 


Teil 5: Prüfverfahren für Filterelemente
Im fünften Teil ist ein Referenzverfahren zu bestimmen, um die Effizienz der Filter bei der am schwersten abscheidbaren Partikelgröße (MPPS) zu definieren. Außerdem werden Richtlinien angegeben für die Prüfung und Klassifizierung von Filtern mit einer MPPS von weniger als 0,1 μm und für Filter, die Filtermedien mit (aufgeladenen) synthetischen Fasern enthalten.

Wie die DIN Norm EN1822 die Eindämmung von SARS-CoV-2 unterstützt

Ob Büros, Geschäfte oder Restaurants – überall, wo sich eine große Menge an Menschen über längere Zeit aufhält, ist die Infektionsgefahr hoch. Aerosole in Innenräumen haben einen großen Anteil an der Verbreitung von SARS-CoV-2. Über die Atmung, beim Sprechen, Husten oder Niesen verteilen sich Tröpfchen in der Luft. Mund-Nasenschutz und der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern schützen vor allem vor den größeren Tröpfchen, die schnell zu Boden sinken. Gegen Aerosole können diese Maßnahmen jedoch nichts ausrichten. Luftreiniger mit H14-HEPA-Filter nach DIN EN 1822 sind die effektive Lösung, um virushaltige Aerosole aus Innenräumen zu entfernen. Sie sind jedoch nur als sinnvolle Ergänzung zu den weiterhin notwendigen Hygienemaßnahmen wie ausreichende Lüftung und AHA-Regeln zu sehen und ersetzen diese nicht.

Luftfiltration in öffentlichen Gebäuden

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Testmethoden für Schwebstofffilter (EPA, HEPA und ULPA)

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