Viren

Viren sind komplexe Makromoleküle (Riesenmoleküle), die sich ausschließlich in lebenden Zellen (Wirtszellen) vermehren können. Sie lassen sich außerhalb von Zellen durch Übertragung verbreiten. Viren bestehen aus einer Eiweißhülle, die eine Erbinformation enthält. Es gibt Viren bereits seit mehreren Millionen Jahren – der älteste Beleg für ihre Existenz wurde in Dinosaurierknochen entdeckt.

Partikelgröße von Viren

Viren sind organische Strukturen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Mit ihrem Durchmesser von ungefähr 0,015 µm bis 0,4 µm (µm = Mikrometer) werden Virionen (=einzelne Viruspartikel außerhalb einer Zelle) der PM1-Kategorie zugeordnet. Die Kategorien PM10, PM2,5 und PM1 klassifizieren Partikel nach ihrer Größe. Diese mittlerweile weltweit etablierte Einteilung wurde einst von der US-amerikanischem Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) definiert. Vor allem für eine effektive Luftfiltration ist diese Ordnung von Bedeutung, um den geeigneten Filter nach Größe der zu filtrierenden Partikel auszuwählen.

Virus Größenvergleich

Viren als Krankheitserreger

Krankheitserreger sind Mikroorganismen oder subzelluläre Erreger, die die Gesundheit von anderen Organismen beeinträchtigen können. Die Medizin bezeichnet sie auch als Keime. Beispiele für Krankheitserreger sind Viren, Bakterien, Parasiten, Pilze und Algen. Viren enthalten Programme zu ihrer Vermehrung und Ausbreitung. Sie sind jedoch nicht in der Lage, sich eigenständig zu vermehren und sie verfügen über keinen eigenen Stoffwechsel. Daher können sie weder durch die Aufnahme von Nahrung noch durch Photosynthese Energie gewinnen. Viren sind daher streng genommen auch keine Lebewesen. Aufgrund ihrer Fähigkeit sich zu vervielfältigen und weiterzuentwickeln, sind sie jedoch als „dem Leben nahe stehend“ anzusehen.

Sie benötigen eine Wirtszelle, um sich zu vermehren, zum Beispiel von Pflanzen, Tieren oder Menschen. In der Wirtszelle schleusen sie ihre eigene Erbinformation ein. So wird das Erbgut der Wirtszelle darauf programmiert, noch mehr Viren herzustellen. Viren verhalten sich zwar ähnlich wie Parasiten, werden jedoch nicht als solche klassifiziert, da diese den Lebewesen zuzuordnen sind. Viren sind vielmehr als obligat intrazelluläre Parasiten zu bezeichnen, da sie sich zwar innerhalb der Zelle parasitär verhalten, jedoch außerhalb davon leblos sind.

Tröpfcheninfektion durch Viren

Wie lassen sich Virusinfektionen behandeln?

Viren sind zwar sehr einfach aufgebaut, doch da sie sich verändern (Virusmutationen) und ständig neue Abwehrmechanismen entwickeln, äußerst effektiv. Viele Virusinfektionen heilen spontan aus und erfordern keine Therapie. Manche Virusinfektion hingegen verlaufen chronisch, über längere Zeit hinweg. Dazu zählen zum Beispiel Hepatitis C- oder HIV-Infektionen. Antibiotika sind nur bei bakteriellen Infektionen wirksam, nicht jedoch bei Viren. Sie können die Zellwand von Bakterien angreifen und sie somit zerstören. Außerdem besitzen Bakterien einen Stoffwechsel, in den Antibiotika gezielt eingreifen können. Viren besitzen jedoch weder eine Zellwand noch einen Stoffwechsel. 

Medikamente: Virostatika sind Medikamente, die gegen Viren eingesetzt werden. Diese antiviralen Wirkstoffe verhindern das Andocken der Viren an körpereigene Zellen oder stoppen ihre Vermehrung. So erreichen antivirale Medikamente eine Verkürzung der Krankheitsdauer. Virostatika können jedoch nur einzelne Virenarten bekämpfen. Auf diesem Wege wirken zum Beispiel HIV-Medikamente, die den Betroffenen eine annähernd normale Lebenserwartung ermöglichen. Ähnlich wie Bakterien eine Resistenz gegen Antibiotika entwickeln, können Viren sich durch Mutation verändern, wodurch die Wirkung von antiviralen Medikamenten möglicherweise verlorengeht. Bei Virusinfektionen, für die keine Medikamente existieren, steht die Linderung der Symptome im Vordergrund, zum Beispiel durch schmerzlindernde oder fiebersenkende Mittel. 

Impfungen: Impfungen sind eine Maßnahme, um Virusinfektionen vorzubeugen. Verschiedene Infektionskrankheiten konnten dank einer Impfkampagne nahezu ausgerottet werden, zum Beispiel Pocken, Tuberkulose oder Kinderlähmung. Basis für die Wirkung von Impfungen ist ein körpereigener Abwehrmechanismus, die sogenannte Antigen-Antikörper-Reaktion. Die Gabe des Impfstoffs führt dazu, dass unser Immunsystem Antikörper gegen den Erreger bildet. Bei einer Infektion mit dem Antigen setzt der Organismus diese Antikörper ein, um einen Ausbruch der Erkrankung zu verhindern. Hohe Durchimpfungsraten ermöglichen auch ungeimpften Personen Immunität, da der Erreger sich nur viel schwerer ausbreiten kann (=Herdenimmunität). Da sich Viren weiterentwickeln, sind zum Beispiel gegen Grippe regelmäßig neue Impfstoffe erforderlich, die an die mutierten Viren angepasst sind. 

Wie können sich Viren verbreiten?

Vermehren können sich Viren ausschließlich in lebenden Zellen. Außerhalb davon werden sie über Übertragung weitergegeben. Es gibt mehrere Wege, wie sich Menschen mit Viren anstecken können:

Kontaktinfektion: Bei einer (direkten) Kontaktinfektion erfolgt die Übertragung der Erreger durch unmittelbaren Körperkontakt, zum Beispiel beim Händeschütteln.

Schmierinfektion: Erreger können an Gegenständen haften. Durch Kontakt zu Oberflächen ist daher eine Übertragung von Viren möglich. Wenn man einen infizierten Gegenstand wie zum Beispiel eine Türklinke berührt und sich anschließend in das Gesicht fasst, können Viruspartikel über den Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen. Die Schmierinfektion wird auch als indirekte Kontaktinfektion bezeichnet.

Tröpfcheninfektion: Hier findet die Übertragung über luftgetragene Aerosole statt. Kleine Tröpfchen mit Viruspartikeln gelangen beim Niesen, Husten, Sprechen und sogar beim Atmen in die Luft. Die kleinsten Tröpfchen (=Aerosole) können für lange Zeit in der Luft schweben und über die Atmung von anderen Personen aufgenommen werden.

Das Risiko einer Ansteckung mit Viren ist vor allem dort hoch, wo sich viele Personen auf engem Raum aufhalten. Hier werden die Viren zum Beispiel über Türklinken (Kontaktinfektion) übertragen. Doch Viren können sich auch in der Luftbefinden. In stark frequentierten Gebäuden werden diese zum Teil durch die Lüftungsanlage verteilt und können somit eine große Anzahl Personen gefährden. Auch in Fahrzeugen oder öffentlichen Verkehrsmitteln befinden sich viele Menschen in nächster Nähe zueinander, was die Infektionsgefahr erhöht.

Verdampfung eines flüssigen, ausgestoßenen Tröpfchens zu einem Tröpfchen-Kern

Beispiele für bekannte Viren

Rhinoviren sind Keime, die in den meisten Fällen die Ursache für Erkältungen und Schnupfen darstellen. Nicht die Viren selbst lösen Symptome wie Husten, Niesen oder Kopfschmerzen aus, sondern größtenteils ist die körpereigene Immunabwehr dafür verantwortlich.

Über 100 verschiedene Virenarten zählen zu den Herpesviren. Die bekannteste Herpeserkrankung ist der Lippenherpes (Herpes labialis) mit schmerzhaften Bläschen. Doch auch für Windpocken oder Gürtelrose sind Viren aus der Herpesfamilie verantwortlich. Bei einer latenten Infektion zeigt der Patient keine Krankheitszeichen, kann jedoch Viren übertragen.

Influenzaviren schädigen die Schleimhaut der Atemwege, schwächen die Immunabwehr und führen zur „echten Grippe“. Diese zählt zu den häufigsten Virusinfektionen. Besonderes Merkmal von Influenzaviren ist ihre Variabilität – ihre einzelnen Bestandteile verändern sich regelmäßig. Eine überstandene Infektion bietet daher keine Immunität, wenn sich der Influenzavirus bereits verändert hat.

Masernviren werden via Tröpfcheninfektion übertragen. Masern gehören zu den typischen Kinderkrankheiten und zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten. Eine Maserninfektion kann schwere Komplikationen nach sich ziehen. Dank der Masernimpfung sind die Fälle jedoch selten geworden.

Auch FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird durch einen Virus ausgelöst, der meist durch Zecken übertragen wird. Die Viren können durch einen Zeckenstich in die Blutbahn des Menschen gelangen. Doch nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt zu einer Ansteckung. FSME Risikogebiete in Deutschland haben die ideale Luftfeuchtigkeit für Zecken.

Der HI-Virus (HIV) befällt wichtige Zellen des Immunsystems, die T-Helferzellen, und schwächt somit die Abwehrkräfte. Durch den Ausbruch von AIDS ist der Körper nicht mehr in der Lage, eindringende Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren zu bekämpfen. Medikamente können AIDS zwar nicht heilen, jedoch die weitere Ausbreitung des HI-Virus unterdrücken.

Coronaviren wurden bereits in den 60er Jahren entdeckt und können sowohl Menschen als auch Tiere infizieren. SARS-CoV-2 ist ein neues Coronavirus das Anfang 2020 als Auslöser der Atemwegserkrankung COVID-19 identifiziert wurde. Die kleinsten Virenpartikel bleiben für lange Zeit in der Luft, wo sie leicht eingeatmet werden können.

Wie schützt man sich und andere vor Viren?

Viren sind allgegenwärtig und oft harmlos. Einige stellen jedoch ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Mit verschiedenen Maßnahmen können Sie jedoch sich selbst und Ihre Mitmenschen vor einer Ansteckung schützen. Diese sind ganz besonders in einer Pandemie von Bedeutung.
 

Hygiene: Eine wichtige Säule zur Verhinderung von Infektionen sind die Hygieneregeln. Um Kontaktinfektionen zu vermeiden ist regelmäßiges Händewaschen unerlässlich. Dabei sollten die Hände gründlich für mindestens 20 Sekunden eingeseift und im Anschluss sorgfältig abgetrocknet werden. Wer unterwegs ist und keine Möglichkeit zum Händewaschen hat, sollte es vermeiden, mit den Händen das Gesicht zu berühren. Beim Husten oder Niesen ist die Armbeuge oder ein Taschentuch zu verwenden.

Mund-Nasen-Schutz: Überall, wo sich mehrere Personen auf engem Raum aufhalten, ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu empfehlen. Dies gilt zum Beispiel für öffentliche Verkehrsmittel oder Gebäude. Die unterschiedlichen Maskentypen unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern vor allem auch in ihrer Schutzwirkung. Alltagsmasken aus Stoff können den Tröpfchen-Auswurf lediglich reduzieren. Medizinische Gesichtsmasken (OP-Masken) schützen andere Personen und bieten dem Träger selbst einen geringen Schutz vor Aerosolen. Am besten schützen FFP-Masken (Partikelfiltrierende Halbmasken) – sie halten einen großen Teil kleinster Aerosolpartikel zurück.

Mund-Nase-Schutz

Soziale Distanz: Je näher Sie anderen Menschen kommen, desto höher ist das Risiko, mit virushaltigen Aerosolen in Kontakt zu kommen. Verzichten Sie daher darauf, andere Personen zu umarmen oder Hände zu schütteln. Größere Menschenmengen sind nach Möglichkeit zu meiden. Außerdem ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten.


Frische Raumluft: Das Ansteckungsrisiko ist vor allem in schlecht belüfteten Innenräumen hoch. Durch eine regelmäßige Frischluftzufuhr lässt sich die Verbreitung von Viren über Aerosole verringern. Wird beim Lüften die Innenraumluft mit frischer Außenluft ausgetauscht, sinkt die Konzentration der Aerosole im Raum. Die Fenster gekippt zu lassen ist jedoch für den Luftaustausch nicht ausreichend. Wer eine Verbreitung von Viren im Raum verhindern möchte, sollte stoßlüften mit weit offenen Fenstern. Lüften allein reicht jedoch oft nicht aus. Eine effektive Senkung der Aerosolkonzentration lässt sich dank Klima- und Lüftungsanlagen mit hohem Außenluftanteil erreichen.

Effektiver Virenschutz dank Luftfilter

Viren sind nicht in der Lage, sich eigenständig im Raum zu verteilen. Daher haften sie sich an Tröpfchen oder Partikel (=Aerosole) an. Geeignete Luftfilter haben die Funktion, Aerosole mit anhaftenden Viren und Keimen zu einem hohen Prozentsatz abscheiden. Luftfilter sind daher eine wichtige Maßnahme, um das Infektionsrisiko in Innenräumen zu senken. Für eine optimale Raumluftqualität hat sich die Kombination von Luftfiltern unterschiedlicher Filterklassen und Ausführungen zu mehrstufigen Systemen bewährt. So lässt sich die jeweils effizienteste Filterlösung auf die spezifischen Anforderungen abstimmen. EPA-, HEPA- und ULPA-Filter werden nach der DIN EN 1822-1:2019 bzw. ISO 29463-1:2017 bewertet.

Schwebstofffilter
In sensiblen Bereichen sind zusätzlich integrierte Schwebstofffilter (letzte Filterstufe) unerlässlich. Diese sind in Reinräumen der Pharma- und Lebensmittelindustrie oder in Krankenhäusern Standard. Schwebstofffilter reduzieren das Infektionsrisiko, indem sie Partikel und Viren zu mindestens 99,995 Prozent zurückhalten. Abgeschiedene Viren bleiben im Filter zurück, wo sie sich mit der Zeit zersetzen. Eine intelligente Konstruktion der Filter verhindert, dass die Filter selbst zur Kontaminationsquelle werden. Bei der Prüfung von Schwebstofffiltern spielt die neue ISO 29463 eine wichtige Rolle, die auf dem europäischen Filterstandard EN 1822 basiert.

Innenraumfilter für Fahrzeuge und Busse
Nicht nur in Gebäuden, sondern auch in Fahrzeugen oder Bussen ist die Infektionsgefahr erhöht. Eine erhöhte Versorgung von Frischluft minimiert auch hier das Risiko einer Übertragung von Viren. Geeignete Kfz- Innenraumfilter sind in der Lage, die Konzentration von Virusaerosolen stark zu verringern. Gleichzeitig wird die Freisetzung aktiver Viren zurück in die Innenraumluft verhindert.

Die Kfz-Innenraumfilter der micronAir proTect line schützen aktiv, da sie die Konzentration von Virusaerosolen maßgeblich verringern. Dieser Effekt wird durch einen einzigartigen Aufbau mit mehreren Filterschichten erzielt. Sie sind in der Lage, schädliche Umweltgase sowie anorganische und biologische Partikel und Aerosole effektiv zu filtern, einzufangen und zu unterbinden. Dank der hohen Filtrationsleistung für Partikel und Virusaerosole lässt sich die Konzentration von Virusaerosolen in der Luft signifikant verringern. Kfz-Innenraumfilter der micronAir proTect line tragen somit wesentlich dazu bei, das Risiko einer Virusübertragung im Fahrzeuginneren zu minimieren und Insassen zu schützen.

Reine Luft im Wohnbereich für ein gesünderes Leben
Eine schlechte Raumluftqualität mit einer hohen Konzentration an Schadstoffen kann unsere Gesundheit beeinträchtigen. Filterkomplettlösungen sorgen für einen sichereren und gesünderen Wohnbereich. Unsere Hochleistungsluftreiniger befreien Wohnräume von Schimmel, Tierhaaren und Hausstaubmilben in der Luft. Mehrstufige Filtersysteme bieten eine effektive Filtration für eine gesunde Innenraumluft, um Menschen zu schützen und Energie zu sparen.

Ihr Ansprechpartner für virenfreie Raumluft

Freudenberg Filtration Technologies ist Ihr Ansprechpartner, um Infektionsrisiken zu senken und eine gesunde Raumluft in Innenräumen und Fahrzeugen zu erzielen. Wir bieten nicht nur reine Filtrationsprodukte an, sondern stehen Ihnen auch mit maßgeschneiderte Servicelösungen zur Seite. Mit Lüftungssystemen, die ideal gewartet, hygienisch einwandfrei und mit hochwirksamen Luftfiltern ausgestattet sind, leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Infektionsschutz. Mit effektiven Kfz- Luftfiltern sorgen wir auch in Fahrzeugen und Bussen für eine gesunde Innenraumluft.

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