42. BImSchV zum Schutz vor Legionellen

Die 42. BImSchV (= 42. Bundesimmissionsschutzverordnung – Verordnung über Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheider) ist seit 2018 in Kraft. Die Verordnung liegt dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) zugrunde, genauer gesagt dem „Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterung und ähnliche Vorgänge“. Die 42. BImSchV regelt den Betrieb von Kühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern, die Wasser verwenden und in Kontakt mit der Umwelt bringen. Da sie keine Richtlinie ist, sondern eine Verordnung, ist die 42. BImSchV zwingend umzusetzen. Zuwiderhandlungen stellen eine Ordnungswidrigkeit dar.

Welche Ziele liegen der 42. BImSchV zugrunde?

Der Schutz des Wohls der Allgemeinheit und die körperliche Unversehrtheit stehen bei der 42. BImSchV im Mittelpunkt. Die Verordnung umfasst konkrete Anforderungen für hygienisch einwandfreie Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider. Bei nicht ordnungsgemäßem Betrieb besteht das Risiko, dass sich Legionellen darin vermehren und in die Außenluft gelangen. Die Verordnung wurde als Reaktion auf mehrere Legionellose-Ausbrüche durch technische Wassersysteme in Deutschland erlassen. Die 42. BImSchV hat das Ziel, eine Kontamination der Anlagen mit Legionellen zu verhindern, um gesundheitlichen Risiken für die Bevölkerung vorzubeugen. Gefährdet ist vor allem Personal von Betrieben mit Verdunstungsanlagen, zum Beispiel bei Reinigungs- oder Wartungsarbeiten. Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, ihre Beschäftigten vor gesundheitlichen Risiken zu schützen.

Was beinhaltet die 42. BImSchV?

Die 42. Bundesimmissionsschutzverordnung soll einer Verunreinigung von Nutzwasser durch Mikroorganismen in den betreffenden Anlagen entgegenwirken. Sie schreibt regelmäßige Inspektionen sowie mikrobiologische Untersuchungen des Kreislaufwassers aus Verdunstungskühlanlagen vor. Deshalb beinhaltet die Verordnung verschiedene gesetzliche Pflichten, zum Beispiel die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung und die Definition von Referenzwerten für die Keimbelastung. Die Anlage ist in bestimmten Abständen durch Sachverständige oder akkreditierte Inspektionsstellen zu überprüfen. Bei der Feststellung einer Kontamination mit Legionellen besteht eine Meldepflicht an die zuständige Behörde zur zeitnahen Umsetzung von gefahrenabwehrenden Maßnahmen. Durch rasches Handeln soll verhindert werden, dass kontaminierte Aerosole in die Luft gelangen und Legionelleninfektionen hervorrufen. Im Betriebstagebuch sind mikrobiologische Befunde und betriebstechnische Daten des Kühlsystems festzuhalten. Bei Aufforderung durch die zuständige Behörde oder den Sachverständigen bei der Überprüfung muss das Betriebstagebuch vorgelegt werden.

Für welche Anlagen und für wen ist die 42. BImSchV relevant?

Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider sind von der 42. BImSchV betroffen, wenn darin Wasser im Kreislauf fließt, verrieselt oder versprüht wird oder anderweitig in Kontakt mit der Außenluft gelangt. Somit fallen sowohl kleine Anlagen, die beispielsweise zur Kühlung von Gebäuden wie Hotels eingesetzt werden, als auch Kühlsysteme und Nassabscheider industrieller Anlagen unter die 42. BImSchV. Die Umsetzung der 42. Bundesimmissionsschutzverordnung ist verpflichtend für den Anlagenbetreiber, der in seinem Namen für die Anlage verantwortlich ist. Aufgaben der Betreiberverantwortung lassen sich teilweise an Dienstleister delegieren.

Was sind Legionellen?

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die natürlicherweise in Gewässern wie Flüssen oder Seen und im Grundwasser vorkommen. Die ideale Temperatur für ihre Vermehrung liegt zwischen 25 °C und 45 °C. Bei entsprechender Wärme bieten künstliche Wassersysteme optimale Wachstumsbedingungen für Legionellen. Diese lassen sich über erregerhaltige Tröpfchen übertragen, die sich in der Luft befinden und eingeatmet werden. Typische Quellen für eine Ansteckung sind zum Beispiel Duschen, Whirlpools oder Kühltürme.

Legionellen

Weshalb können Legionellen gefährlich sein?

Das Einatmen legionellenhaltiger Aerosole gefährdet vor allem die Risikogruppen. Dazu zählen Personen mit Immunschwäche, Raucher und Menschen im Seniorenalter. Wenn sich Legionellen stark vermehren, können sie schwere Krankheiten hervorrufen, zum Beispiel die Legionärskrankheit. Diese schwere Form der Lungenentzündung bringt Symptome wie Husten, Schüttelfrost und hohes Fieber mit sich. Die Legionärskrankheit kann vier Wochen dauern, in manchen Fällen verläuft sie tödlich.

Außerdem können Legionellen das Pontiac-Fieber auslösen. Mit Fieber, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen und Husten ähnelt die Erkrankung einer Grippe. Sie heilt meist innerhalb weniger Tage von selbst aus.

Welche Rolle spielt die VDI 2047 für die 42. BImSchV?

Die 42. Bundesimmissionsschutzverordnung über Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheider orientiert sich an den VDI-Kühlturmregeln (VDI2047 Blatt 2). Die Richtlinienreihe gibt dem Betreiber Empfehlungen zum hygienegerechten Betrieb von Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern und definiert Randbedingungen. Die Einhaltung der VDI 2047 ist freiwillig, gilt jedoch als Maß für den Stand der Technik und ist ein idealer Nachweis für den hygienisch einwandfreien Betrieb einer Anlage. Wer die VDI-Richtlinie nicht einhält, muss nachweisen, dass stattdessen umgesetzte Maßnahmen mindestens ebenso effektiv waren. In der 42. BImSchV wird ausdrücklich auf die VDI 2047 verwiesen.

Legionellen in Lackieranlagen

Die 42. BImSchV veranlasst Lackieranlagen-Betreiber ihre bisherige Abluftreinigung grundlegend zu prüfen. Werden zum Abscheiden des Lackoversprays Nassabscheider eingesetzt, gelten mit der Verordnung nun verschärfte Prüf- und Dokumentationspflichten. Eine Belastung der Umgebung durch Legionellen muss in Nassauswaschungsanlagen mit Abluft ausgeschlossen werden.

Daher ist die Umgebung von Nassauswaschungsanlagen mit Abluft zwingend vor einem Legionellenbefall zu schützen. Das Wasser der Anlage effektiv aufzubereiten ist hierbei jedoch eine komplexe Aufgabe. Nassauswaschungsanlagen verbrauchen viel Energie und verursachen hohe Betriebskosten. Außerdem belasten sie unsere Umwelt durch den hohen Wasserverbrauch und Koagulierungs-Chemikalien. Lackieranlagen mit Trockenabscheidungssystemen fallen nicht unter die 42. Bundesimmissionsschutzverordnung.

Legionellen in Lackieranlagen

Trockene Farbnebelabscheidung

Die trockene Farbnebelabscheidung liegt im Trend und ist eine effektive und ressourcenschonende Alternative zu Nassauswaschsystemen. Die Trockenabscheidung mit modernen Filtrationslösungen kommt ohne Wasser und Chemikalien aus und überzeugt durch das einfache Handling. Auch die Umrüstung von nass auf trocken ist unkompliziert. Mit edrizzi Farbnebelabscheidern profitieren Sie von einer beträchtlichen Overspray-Aufnahmekapazität und einem Abscheidegrad von bis zu 97 Prozent. Die kostengünstige Entsorgung durch Verbrennung ist ein weiterer Pluspunkt.

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42. BImSchV verschärft Vorgaben für Lackieranlagen