Von der Idee zur Erfolgsgeschichte

Wie micronAir Kfz-Innenraumfilter die Automobilwelt eroberten

Heutzutage besitzt quasi jedes Auto weltweit einen serienmäßig eingebauten Innenraumfilter. Dass dies vor einigen Jahren noch anders war, ist in Zeiten von hohen Feinstaubwerten und Smogglocken kaum vorstellen. Eine Zeitreise.

 

Es war geradezu ein Paukenschlag. Auf der IAA 1991 stellte Opel den Astra als Nachfolgermodell des erfolgreichen Opel Kadett vor. Ein paar wenige Features erhielten dabei eine große Bühne. Darunter: Freudenbergs neuer Partikelfilter für den Fahrzeuginnenraum, der ab sofort zur Serienausstattung des Opel Astras gehörte. Kunden mussten nun nicht mehr entscheiden, ob ihnen der optionale Schutz vor Pollen das Geld wert ist. Und der Erfolg des Kfz-Innenraumfilters ging durch die Decke.

Wie alles begann

Der Partikelfilter, damals noch Pollenfilter genannt, feierte bereits 1989 sein Debut im neuen Mercedes SL. Bis zu 100 Prozent der Pollen werden mit der Sonderausstattung abgefangen – was vor allem Allergikern zugutekommt. „Die Herausforderung war, Bauraum für den neuen Filter zu schaffen“, erzählt Volker Bräunling, Regional Director Europe, Automotive Filters, der damals schon bei der Einführung des Pollenfilters beteiligt war. „Vom Erstgespräch bis zur Umsetzung dauerte es schon eine gewisse Zeit. Bereits 1986 haben wir bei Freudenberg mit Mustern experimentiert. Als drei Jahre später die ersten Premiumhersteller den Filter in ihren Modellen integrierten, stellte dies die gesamte Branche unter extremen Zugzwang.“ Der hohe Wettbewerbsdruck führte in den ersten Jahren zu teilweise exotischen Lösungen mit geknickten oder zweigeteilten Filterelementen, da die Filter nachträglich in bestehende Modelle integriert werden mussten.

Die Gedanken an einen Schutz vor schlechter Luft reicht dabei noch viel weiter zurück. Es heißt, in den 1950er Jahren habe der Chauffeur des damaligen Vorstandsmitglieds Hans Freudenberg einen Vliesstoff vor dem Luftansaugrohr seines Autos befestigt, um Ruß und Straßenstaub vom Fahrzeuginnern fern zu halten – und damit seine schicke Kleidung zu schützen.

Der Neuling ohne Konkurrenz

Freudenberg war 1989 in der Automobilindustrie noch ein weitgehend unbekannter Name. Produkte waren vorwiegend Dichtungsringe und Kunstleder für die Innenauskleidung. Filterelemente für Fahrzeuge gab es bis dato noch nicht. „Für die Autobauer war das Thema Kfz-Innenraumfilter zu diesem Zeitpunkt noch Neuland“, sagt Bräunling. „Die Branche wusste nur wenig über die Funktionsweise. Freudenbergs Kompetenz in der industriellen Filtration mit Vliesstoffen erwies sich hierbei als wahrer Glücksfall. Die etablierten Filterhersteller der Automobilbauer konnten entsprechende Materialien nicht liefern und Freudenberg bediente so jahrelang den Markt im Alleingang.

Von Weinheim in die Welt

Innerhalb kürzester Zeit etablierte sich der Partikelfilter weltweit. „Die deutschen Autobauer waren die Vorreiter“, erklärt Bräunling. „Jedoch sind europäische und ostasiatische Hersteller schnell auf unsere Lösung aufgesprungen. Lediglich die USA waren ein vergleichsweise träger Markt.“ Im globalen Geschäft der Automobilindustrie wurden Kfz-Innenraumfilter zum Standard und schnell von den Kunden vorausgesetzt.

Mit Aktivkohle zu mehr Fahrkomfort

Später wollten vor allem Premiumhersteller ihre Kunden nicht nur vor Pollen und Feinstaub, sondern auch vor unangenehmen Gerüchen schützen. Erste Ansätze der Automobilhersteller bestanden aus Schaum- oder Substratblöcken mit Aktivkohlebeschichtung, die dem Kfz-Innenraumfilter nachgeschaltet waren. Freudenberg ging einen anderen Weg: Der Aktivkohlefilter wurde als zusätzliche Schicht in den Partikelfilter integriert – der Kombifilter war geboren. Druckverluste waren gering, Gerüche wurden zuverlässig adsorbiert und der Platzbedarf blieb gleich. Seit 2016 werden mit der micronAir proTect line auch Innenraumfilter vertrieben, die eine zusätzliche bioaktive Schicht gegen Allergene besitzen – und damit das Wohlbefinden und den Gesundheitsschutz noch einmal deutlich erhöhen.