Die Luft wird dünn

Kinder sind weltweit in besonderem Maße von luftverschmutzung betroffen

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leben mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung an Orten mit bedenklicher Luftqualität – mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen, besonders für Kinder. Eine Trendwende gelingt nur, wenn Feinstaub- und Schadgasemissionen von Industrie und Privathaushalten dauerhaft sinken.

10 μg / m3 – so viel Feinstaub (PM2,5) in der Luft gelten nach WHO-Richtlinie im Jahresdurchschnitt noch als unbedenklich. Sind Menschen jedoch dauerhaft mehr als 10 μg / m3 Feinstaub ausgesetzt, kann dies
gesundheitliche Folgen haben. Studien der Europäischen Umweltagentur EEA und der WHO zeigen, dass diese Werte weltweit regelmäßig überschritten werden. Lediglich in polnahen Gebieten und Teilen Nordamerikas ist die Luft wirklich sauber.

Arme Länder, schlechte Luft

Am stärksten betroffen sind weite Teile Afrikas und Asiens. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Einerseits liegt dies an natürlichen Faktoren wie der hohen Staubbelastung in Wüsten und trockenen Regionen. Andererseits sind die hohen Werte auch das Ergebnis einer schlechten Wirtschaftslage: Gekocht und geheizt wird meist mit Holz oder Kohle. Industriebetriebe haben wenig Geld für Maßnahmen zur Emissionsreduktion. Auch in Megacities ist die Feinstaubbelastung durch Industrie, Verkehr und private Haushalte besonders hoch. Immerhin: Die Daten der EEA zeigen, dass sich in Europa die Luftqualität langsam bessert. Politische Maßnahmen zeigen Wirkung und auch industrielle Emissionen sinken dank neuer Technologien und Filteranlagen.

Viele Krankheits- und Todesfälle

Die WHO rechnet hoch, dass jedes Jahr rund 7 Millionen Todesfälle direkt oder indirekt auf eine mangelhafte Luftqualität zurückzuführen sind. Erkrankungen der Atemwege, Asthma, Herzerkrankungen, Schlaganfälle oder Lungenkrebs können nachweislich als Folge dauerhaft schlechter Luftbedingungen auftreten. In manchen Megacities verkürzen Feinstaub und Schadstoffe die Lebenserwartung um bis zu zwei Jahre.

Kinder erkranken überdurchschnittlich schnell

Was in vielen Diskussionen zu kurz kommt: Kinder sind in besonderem Maße gefährdet. Weltweit leben rund 93 Prozent aller Kinder in Umgebungen mit schlechter Luft. Mehr als jeder vierte Todesfall bei Kindern unter fünf Jahren ist direkt oder indirekt auf Belastungen der Umgebungsluft und die Luftverschmutzung in Haushalten zurückzuführen. Der WHO-Bericht zeigt: Feinstäube und Schadstoffe in der Atemluft begünstigen Entwicklungsstörungen bei Kindern. Zudem werden neurologische Fehlentwicklungen, verminderte Lungenfunktionen sowie ein erhöhtes Risiko für Asthma-Erkrankungen und Leukämie mit belasteter Luft in Verbindung gebracht.

Mutige Investitionen für eine saubere Zukunft

Um diese Entwicklung zu stoppen, müssen weitreichende Maßnahmen ergriffen werden: Sauberer Verkehr, eine reinere Energiegewinnung und effiziente Filtrationslösungen für industrielle Anlagen sind nötig, um die Luftverschmutzung einzudämmen – und damit die Gesundheit und die Lebensqualität vieler Menschen nachhaltig zu verbessern.