Besser gefiltert, statt verstaubt

Wie lässt sich Luft in Museen verbessern und damit Kunst schützen?

Mit äußerster Vorsicht fährt das Wattestäbchen über die Hügellandschaft der Ölfarbe und befreit sie Millimeter für Millimeter vom Staub der New Yorker Stadtluft. Jetzt ist Stillhalten angesagt! Auf dem Tisch der Restauratoren im Museum of Modern Arts liegt „Blumenvase“ von Pablo Picasso. Bereits kleinste Fehler könnten das wertvolle Gemälde ruinieren, keine leichtfertige Verantwortung. Langsam legt der Restaurator das Stäbchen beiseite und atmet tief durch, um die aufgeregten Hände zu beruhigen. Die Energiereserven zur perfekten Konzentration sind aufgebraucht. Für heute hat der Staub gewonnen.

Mit dem Wattestäbchen allein gegen den Staub einer Stadt – das wäre natürlich unsinnig. Die Arbeit der Restauratoren findet zwar in Reinräumen fernab der Zuschauermassen statt, sobald der Picasso aber wieder in der Ausstellung hängt, ist er der Umgebungsluft ausgeliefert. Hier muss angesetzt werden. Mitten im Stadtzentrum von Manhattan ist die Staubbelastung hoch und äußerst gefährlich für die Kunstwerke. Denn was durch die Luft schwebt, ist viel mehr als mit dem bloßen Auge zu erkennen ist.

In Großstädten wie New York setzt sich die Umgebungsluft aus zahlreichen verschiedenen Komponenten zusammen.

Staub ist nicht gleich Staub

Die Restauratoren befreien den Picasso vor allem von normalem Hausstaub, also schwereren Partikeln ab einer Teilchengröße von 10 Mikrometern, die sich aufgrund ihres Gewichts schneller ablagern. Metallische Staubteilchen erschweren jedoch die Reinigung; ihre scharfkantige Oberfläche kann die Exponate leicht zerkratzen. Hausstaub sieht aber nicht nur störend aus; aufgrund seiner hygroskopischen und meist sauren Eigenschaften kann er leicht Feuchtigkeit sammeln und die Korrosion von Metall oder säureempfindlichen Materialen verursachen. Kleinere Partikel von 0,1-2 Mikrometer hingegen setzen sich nicht so schnell ab. Sie verweilen als Schwebstaub in der Luft, doch auch sie binden und transportieren Schadstoffe.

Schmutzige Umgebungsluft

Die Zusammensetzung des Schwebstaubs hängt direkt mit der Umgebung zusammen. In der Stadtluft der viel befahrenen 53rd Street, vor dem Museum of Modern Art, finden sich vor allem Schadstoffe aus Abgasen der Verbrennungsmotoren, Kleinstpartikel, die Schadgase wie Sulfate, Nitrate oder Ozon adsorbieren und sich in der Außenluft ansammeln. Ozon ist ein starkes Oxidanz und führt zur Zersetzung und Versprödung von Papier, Textilien oder Gummi.

Schmutzige Kunst

Zwar baut sich Ozon in Innenräumen schnell ab, dabei entstehen jedoch organische Säuren, Aldehyde und Ketone, die ihrerseits wieder als Luftschadstoffe gelten. Diese Schadstoffe, ausgehend von der Reaktion mit den Exponaten sowie Partikel, die durch Besucher Einlass in das Museum finden, beispielsweise Hautpartikel, Stofffasern oder Gase aus der Atemluft, bilden mit Stäuben des Gebäudes die Schwebstaubzusammensetzung im Inneren des Museums.

Dass Kunstwerke auch ohne Luftzufuhr Schadstoffe produzieren, merkten Restauratoren, als sie Textilien luftdicht in Folie schweißten. Zwar waren die Exponate so vor äußeren Einflüssen geschützt, die Materialien der Stücke reagierten jedoch miteinander, sodass sich flüchtige Säuren ansammelten, die zu einer Verschlechterung des Zustands führten. Statt abzudichten, ist also ein ständiger Luftaustausch die Lösung, um Schadstoffe, die im Museum entstehen, zu verdünnen und damit Kunstwerke zu schützen.

Ausgeklügelte Zuluft

Um dabei möglichst zu vermeiden, dass neue Schadstoffe von außen in das Museum gelangen, bedarf es anspruchsvoller Klima- und Lüftungssysteme. Diese müssen gleichermaßen Schadgase und -partikel aus der Zuluft filtern und eine lange Lebensdauer aufweisen. Um diese zu erhöhen, ist die Reihenfolge und Auswahl der eingesetzten Filter entscheidend. Je effizienter eine Luftfilteranlage ausgelegt ist, desto weniger Staub wird von der Außenluft eingetragen.

Das richtige Filtersystem kann entscheidend sein, wenn es darum geht, Kunst langfristig zu schützen.

Innovative Lösungen parat

Einen einheitlichen Grenzwert, ab dem die Schadstoffbelastung zur ernsthaften Bedrohung für die Exponate wird, gibt es nicht. Dafür sind die Anforderungen der Kunstwerke zu verschieden, die Zusammensetzung der Luftschadstoffe zu individuell.

Durch die innovativen und passgenauen Filterlösungen für Lüftungsanlagen mit vorgeschalteten Feinfiltern der Klasse ePM10 (M6) von Freudenberg Filtration Technologies, wird der Staub nicht nur von Picassos „Blumenvase“ abgehalten. Hinzu kommen nachfolgende Filter wie Kassetten- und Schwebstofffilter der Klassen E11 bis U15. Diese ermöglichen die zuverlässige Abscheidung von Partikeln mit einem Abscheidegrad von größer 95 Prozent und sorgen für Bedingungen wie in pharmazeutischen Reinräumen.

Die Blumen, die Picasso sich einst zum Vorbild genommen hat, sind natürlich schon lange verwelkt. Dank ausgeklügelter Filteranlagen und der Arbeit der Restauratoren, bleibt aber zumindest sein Gemälde noch weit über seine Zeit hinaus erhalten.

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